06.02.2019

Kleine Anfrage 17/8284

der Abgeordneten Andreas Hartenfels und Jutta Blatzheim-Roegler (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Nationalpark Hunsrück-Hochwald – ökologische und touristische Entwicklung
Drucksache 17/8485


Die Kleine Anfrage – Drucksache 17/8284 – vom 6. Februar 2019 hat folgenden Wortlaut:

Die Gründung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist über drei Jahre her, und in und um die Region hat sich viel verändert. So wurden verbesserte touristische Anbindungen für die Region geplant und umgesetzt. Wie aus dem aktuellen Doppelhaushalt des Landes zu entnehmen ist, werden auch in den kommenden Jahren mehrere Projekte im Nationalpark realisiert.

Wir fragen die Landesregierung:
1. Wie bewertet die Landesregierung die bisherige ökologische Entwicklung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald?
2. Welche konkreten ökologischen Aufwertungsprojekte im Nationalpark wurden seit 2016 umgesetzt und welche befinden sichnoch im Aufbau?
3. Welche Projekte der Region und des Nationalparks mit touristischer Bedeutung existieren bzw. sind in Planung und werden durch das Land gefördert?
4. Welche Ergebnisse sind der Landesregierung aus der Enquete-Kommission Tourismus zur Rolle des Nationalparks bekannt?
5. Welche Umweltbildungsprogramme wurden in der Nationalparkregion 2018 angeboten und welche wurden von Nationalparkrangern betreut?
6. Welche regionalen Kooperationen mit dem Nationalpark dienen der Regionalentwicklung?
7. Welche Maßnahmen innerhalb des Nationalparks wurden über die Aktion Blau Plus sowie die Aktion Grün seit dem Bestehen des Nationalparks umgesetzt?


Das Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten hat die Kleine Anfrage namens der Landesregierung mit Schreiben  vom 28. Februar 2019 wie folgt beantwortet:

Vorbemerkung:
Bezug nehmend und aufbauend auf die Beantwortung der Kleinen Anfrage Drucksache 17/4990 (Antwortdrucksache 17/5240) werden nachfolgend in der Beantwortung der Fragen 1, 2 und 5 insbesondere die seitdem sich neu ergebenden Gesichtspunkte herausgestellt. Zudem wird zur Beantwortung von Frage 3 auch auf die Beantwortung der Kleinen Anfrage Drucksache 17/6557 (Antwortdrucksache 17/6762) sowie die Beantwortung der Kleinen Anfrage Drucksache 17/4241 (Antwortdrucksache 17/4424) verwiesen. Dies vorausgeschickt, beantworte ich die Kleine Anfrage wie folgt:

Zu Frage 1:
Zweck des Nationalparks Hunsrück-Hochwald ist es, einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik zu gewährleisten.

Die ökologische Entwicklung des Nationalparks zeigt durch diese Naturdynamik schon jetzt an vielen Stellen große Unterschiedezum Zustand vor Ausweisung des Nationalparks. Das wird insbesondere in Situationen deutlich, die außerhalb des Nationalparksals Schäden wahrgenommen werden und Maßnahmen erfordern. So schaffen Borkenkäfer und Windwürfe Situationen stark veränderter Standortbedingungen. Im Nationalpark wird entstandenes Totholz an Ort und Stelle belassen und den Entwicklungenfreien Lauf gelassen, sofern keine Gefährdung für umliegende Wälder davon ausgeht. So entsteht auf der Fläche immer mehr ein Mosaik verschiedenster Strukturen, Baumarten und Phasen, die miteinander vernetzt sind. Der hohe Totholzanteil stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar, welches für viele auf diesen Lebensraum spezialisierte Arten notwendig ist.

Aufschluss über ökologische Veränderungen zeigen Monitoring-Instrumente, die auf einen langen Zeitraum ausgelegt sind. Ein Netzvon Aufnahmepunkten für eine permanente Stichprobeninventur wurde angelegt und eine Erstaufnahme durchgeführt. Im Zehn-Jahres-Rhythmus werden zukünftig Veränderungen hervorragend erfasst und dargestellt werden können. Schon heute liefert die Forstinventur Daten zur Gestalt des Nationalparks und den ökologischen Veränderungen. Während die Buche bei älteren Bäumen 46 Prozent der Fläche einnehmen und Fichten 39 Prozent, sind es bei jungen Bäumen 83 Prozent Buchen und nur 15 Prozent Fichten. Der Wald entwickelt sich demnach in Richtung eines noch stärker Buchengeprägten Waldes. Natürlicherweise wäre der Großteil des Nationalparks von Buche bedeckt. Auf Bruchstandorten zeigt sich aufkommende Naturverjüngung von Moorbirken.

Im Randbereich des Nationalparks werden in stark fichtengeprägten Wäldern junge Buchen gepflanzt, um über die damit verbundene Verminderung des Nadelbaumanteils in der nachwachsenden Waldgeneration das Ausbreitungsrisiko von Borkenkäfernaus dem Nationalpark auch langfristig zu verringern. In diesen Bereichen werden gemischte Laub-Nadel-Wälder gezielt entwickelt.

In der Wildruhezone können Wildtiere ihrem natürlichen Rhythmus nachgehen. In diesem von der Regulierung ausgenommenen Bereich werden Tiere in ihrem natürlichen Verhalten nicht durch jagdliche Mittel beeinflusst. Die ökologischen Folgen soll z. B. ein Monitoring System mit Fotofallen aufzeigen. Auch außerhalb der Wildruhezone wird versucht, Wild so wenig wie möglich zu beeinflussen. So werden jedes Jahr Zäune aus dem Nationalpark entfernt, die vor seiner Gründung zum Schutz junger Bäume errichtet wurden. So werden Wanderungsbarrieren und Unfallquellen für das Wild reduziert.

Zu Frage 2:
Im Trauntal wurde 2018 durch Entnahme der Fichten der Natur die Möglichkeit gegeben, langfristig einen naturnahen Auebereichzu bilden. Der beschattenden Wirkung der Fichten und den Folgen ihrer sauren Nadeln auf das Fließgewässer wurde durch die Maßnahme entgegengewirkt und der Bach ökologisch aufgewertet. Die Wirkung der Entnahme auf die Lebenswelt des Baches, insbesondere des Makrozoobenthos wird über die kommenden Jahre beobachtet und wissenschaftlich begleitet. Die Renaturierungder Aue des Götzenbachs ist in Planung.

Waldentwicklungsmaßnahmen in der Pflegezone entwickeln die Wälder zu mehr Arten- und Strukturreichtum. Die Pflege eines Eichen-Mittelwaldes bewahrt eine kulturhistorische Bewirtschaftungsform und sorgt gleichzeitig für einen strukturreichen, ungleichaltrigen Waldaufbau.

In diesem Jahr wird im Nationalpark mit der Umsetzung des Wegeplans begonnen. Etwa ein Drittel der Wege soll in den kommenden zehn Jahren aus der Nutzung genommen werden. Wege, die vom Wegenetz gekappt werden, bleiben in ihrer Gestalt erhalten und werden sich selbst überlassen. Das Grabensystem dieser Wege wird stellenweise unwirksam gemacht, sodass der Wegekörper überspült werden kann und das Wasser vorwiegend in den Waldflächen verbleibt. Fließgewässer an diesen Wegen sollen wieder durchgängig gemacht werden, indem Verbauungen und Verrohrungen rückgebaut werden. Störungen auf die Lebenswelt des Nationalparks werden durch die verminderte Wegedichte erheblich reduziert.

Im Aufbau befindet sich ein Offenland-Konzept. Hier soll dargestellt werden, wie die Grünlandflächen im Nationalpark behandeltwerden, um ihren ökologischen Wert zu erhalten oder zu verbessern. Ihre vernetzende Wirkung innerhalb des Parks und mit Lebensräumen außerhalb soll gestärkt werden. Hohe Bedeutung kommt dabei der Zusammenarbeit mit dem Naturpark Saar-Hunsrück und dem Naturschutz-Großprojekt „Bänder des Lebens“ zu.

Mit Fortschritt der Waldentwicklungsmaßnahmen werden in den kommenden Jahren stetig mehr Gebiete als Wildnisbereiche ausgewiesen.

Die Renaturierung von Hangbrüchern steht kurz vor ihrem Abschluss. Wie in den vergangenen Jahren werden auf den Bruch-standorten auch 2019 ehemalige Entwässerungsgräben verschlossen. Kleinflächig wird aufkommende Fichten-Naturverjüngung händisch entfernt. Untersuchungen der Vogelwelt haben gezeigt, dass die Bruchstandorte insbesondere für Offenland-Arten attraktiv sind, die in den Wäldern des Nationalparks sonst nicht vorkommen.

Zu Frage 3:
Neben dem Zweck des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge zu gewährleisten, wird mit dem Nationalpark auch eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus verbunden.

In der Außenwahrnehmung gewinnt der Nationalpark stetig an Bedeutung. Initialmaßnahmen wie die Beschilderung an den Zufahrten und Wanderwegen sowie Infotafeln an zentralen Knotenpunkten sind abgeschlossen. Der Nationalpark nimmt an regionalen, nationalen und internationalen Messen, wie der Rheinland-Pfalz-Ausstellung in Mainz oder der ITB in Berlin gemeinsamin Kooperation mit der Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH, der Tourismuszentrale des Saarlandes, dem Hunsrück-Tourismus, der Naheland-Touristik oder den Tourist Informationen der Nationalparkregion teil. Im Rahmen eines Medienmonitorings wurdenvon 05/2017 bis 04/2018 1 640 Meldungen mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald erfasst. Das entspricht durchschnittlich 4,5 Meldungen am Tag.

Für die Weiterentwicklung der künftigen Nationalpark-Tore in Rheinland-Pfalz als wichtige Leuchtturmprojekte wurden im Haus-halt 2019/2020 die Voraussetzungen geschaffen. Beim ersten Nationalpark-Tor am Erbeskopf wurde mit der Einrichtung der Indoor-Ausstellung „Willkommen im Urwald von morgen“ im Dezember 2018 ein wichtiger Meilenstein erreicht. Eine Außenausstellung wird konzipiert. Hierzu stehen auch Fördermittel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Höhe von 200 000 Euro zur Verfügung. Auch zum zweiten vorgesehenen Nationalpark-Tor an der Wildenburg werden Gespräche zur Weiterentwicklung geführt. Das dritte Nationalpark-Tor Keltenpark wird vom Saarland finanziert. Mit dem „WasserWissensWerk“ wurde 2018 ein Besucher- und Informationszentrum zum Thema „Trinkwasser“ eröffnet. Es liegt an der Steinbachtalsperre bei Kempfeld am Rande des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Das WasserWissensWerk soll neben den drei Nationalparktoren einen „HotSpot“für das Thema Wasser bilden.

Für das Nationalparkamt spielt die Partnerinitiative eine bedeutende Rolle zur Entwicklung des privatwirtschaftlichen Potenzials. Bis Ende 2019 sind beim Nationalparkamt 91 Bewerbungen eingegangen, von denen 41 Betriebe die erforderlichen Kriterien nachweisen können. Im Laufe des Jahres 2019 wird mit weiteren interessierten Betrieben gerechnet. Bei den Betrieben handelt es sichvorwiegend um Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe. Ziel des Nationalparkamtes ist es, gemeinsam mit den Partnerbetriebeneine in sich stimmige, qualitative hochwertige touristische Servicekette abzubilden.

Auch über das Zusammenspiel von den Lokalen Aktionsgruppen Erbeskopf und Hunsrück mit der Partnerinitiative konnten zahlreiche touristische Projekte initiiert und umgesetzt werden. Im Rahmen des LEADER-Ansatzes konnten seit Beginn der Planungen des Nationalparks insgesamt 36 Vorhaben mit touristischem Hintergrund und einem Fördervolumen von rund 3,4 Mio. Eurounterstützt werden (siehe Anlage).

Mit dem Saar-Hunsrück-Steig und den Traumschleifen besteht ein ausgezeichnetes Wanderwegenetz im Hunsrück-Hochwald. Daneben beabsichtigt die Region, sich auch als Bike-Region Hunsrück-Hochwald zu entwickeln.

Hierbei unterstützt das Land Rheinland-Pfalz den Radtourismus in Form einer „Nationalpark-Radroute“ um den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Die Radroute hat eine Gesamtlänge von insgesamt knapp 90 km und verläuft rund um den Nationalpark.

Die Umsetzung der Route erfolgt durch die Kreisverwaltung Birkenfeld in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Mobilität, der Nationalparkverwaltung und den beteiligten Kommunen. In Ergänzung zur Rundroute setzt der Nationalpark ein eigenes Radwegenetz innerhalb der Grenzen des Nationalparks um. Ein weiterer Baustein der Radtourismusförderung ist die Panoramatour „Aufdem Sonnenplateau“ in der VG Herrstein. Das MWVLW fördert im Bereich Tourismus die Beschilderung der beiden Routen nachden landesweit einheitlichen Beschilderungsvorgaben (HBR). Mit Bescheid vom 28. März 2018 wurde dem Landkreis Birkenfeld zu Gesamtkosten in Höhe von 132378,80 Euro (förderfähige Kosten: 114766,80 Euro) ein Zuschuss aus FAG-Mitteln in Höhe von 97551,78 Euro bewilligt. Mit der Eröffnung der Strecken wird zu Beginn der Radsaison 2020 gerechnet.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald wird durch die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT) sowie die Hunsrück-Touristik GmbH und die Naheland-Touristik GmbH beworben. Das MWVLW unterstützt die Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH im Rahmen ihrer Marketingtätigkeiten für den Nationalpark. Das MWVLW hat aus touristischen Mitteln im Jahr den Auftritt des Nationalparks Hunsrück-Hochwald auf der Internationalen Tourismus Börse (ITB) mit 15743,70 Euro unterstützt. Mit dem Projekt „RadLust“ will die Verbandsgemeinde Birkenfeld im Rahmen des Förderprogramms „Klimaschutz durch Radverkehr“ ihrbeschildertes Radwegenetz um 110 km ausweiten. Als Hauptanziehungspunkt der Bike-Region Hunsrück-Hochwald plant ein privater Vorhabenträger am Idarkopf einen Bike- und Naturerlebnispark. Als zusätzliches Angebot hat sich zwischenzeitig ein Bikepark am Erbeskopf ergeben.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist vom Naturpark Saar-Hunsrück umgeben. In Kooperation auch mit dem Naturpark Soonwald-Nahe und dem Wanderbüro Saar-Hunsrück besteht die Absicht, Trekkingplätze einzurichten. Beide Schutzgebiete ha-ben sich gemeinsam erfolgreich als Modellregion „Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“ beworben.

Am Anfang der touristischen Servicekette steht die Anreise. Mit den ÖPNV-Konzepten Nord und Rheinhessen-Nahe wird auch der ÖPNV in der Nationalparkregion erheblich aufgewertet. Dabei werden auch touristische Ziele, wie die künftigen Nationalpark-Tore am Erbeskopf oder an der Wildenburg, in das Liniennetz mit eingebunden. Durch den flächendeckenden Taktverkehr an allen Wochentagen, den die ÖPNV-Konzepte vorsehen, wird eine sinnvolle Nutzung durch Touristen erst möglich.

Zur Aufhebung der bestehenden Tarifgrenzen ist die Landesregierung auf Wunsch bereit, entsprechende Prozesse für Tarifkooperationen zu moderieren und sich anteilig finanziell zu beteiligen.

Zu Frage 4:
Die Enquete-Kommission „Wirtschafts- und Standortfaktor Tourismus in Rheinland-Pfalz“ hat sich u. a. in ihrer auswärtigen 15. Sitzung am 19. Oktober 2018 im Nationalpark und ihrer 16. Sitzung am 23. November 2018 ausführlich mit der Entwicklungdes Nationalparks Hunsrück-Hochwald befasst. Die Informationen zu den jeweiligen Sitzungen sind im Internetangebot des Landtags Rheinland-Pfalz abrufbar unter www.landtag.rlp.de/Parlament/Ausschuesse-und-Gremien/ in der Rubrik EnqueteKommission 17/1 Tourismus RLP. Hier sind auch die Stellungnahmen der Landesregierung veröffentlicht.

Aus Sicht der Landesregierung lassen sich die Erkenntnisse aus der Anhörung zum Thema „Naturerlebnisse und Nachhaltigkeit im Tourismus“ im Rahmen der 18. Sitzung der Enquete-Kommission wie folgt kurz zusammenfassen. Die Nachfrage nach intakter Natur, Regionalität und authentischen Erlebnissen sowie Produkten steigt. Großschutzgebiete wie der Nationalpark Hunsrück-Hochwald spielen hierbei eine wichtige Rolle. Es darf allerdings nicht verkannt werden, dass die primäre Zielsetzung in Großschutzgebieten nicht der Tourismus, sondern der Schutz und die Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft sind. Die Partnerinitiativen des Nationalparks verbinden beispielsweise ein gästeorientiertes Naturerlebnis mit hohem Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanspruch und tragen zugleich dem Schutz der Natur Rechnung.

Zu Frage 5:
Die Umweltbildungsangebote des Nationalparks Hunsrück-Hochwald bestehen aus mehreren Elementen, um möglichst alle Teile der Bevölkerung sowie Gäste anzusprechen und ihnen den Zugang zum Nationalpark zu ermöglichen.

Ein Schwerpunkt liegt in der außerschulischen Bildungsarbeit mit Schulklassen und Kitas. Die Angebote vermitteln Wissen um das Thema Nationalpark alters- und zielgruppengerecht und orientieren sich an einer Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Damit die Bildungsangebote mit den Anforderungen der Pädagogen und den Lehrplänen übereinstimmen, finden in regelmäßigen Abständen Lehrerfortbildungen statt. Zur nächsten Nationalparkfortbildung unter dem Titel „Von der Ausstellung zur Wildnis“ lädt der Nationalpark am 10. April 2019 ein. Um ein ganzjähriges Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche zu gewährleisten, finden in den Ferien Angebote in Kooperation mit weiteren Trägern statt.

Neben der außerschulischen Bildungsarbeit können Besucher Ranger des Nationalparks Hunsrück-Hochwald auf Kontroll- und Beobachtungstouren begleiten. Unter der Woche werden insgesamt sieben kostenlose Rangertouren (drei Touren ganzjährig und vier zusätzliche Touren von März bis Oktober) angeboten. Am künftigen Nationalparktor können Besucher täglich – außer montags– an einem Rangertreff und einem Rangerspaziergang teilnehmen. Am Wochenende führen Zertifizierte Nationalparkführerinnenund -führer (ZNF) „Erlebnistouren“ am Ringwall und der Wildenburg durch. Diese kostenpflichtigen Angebote ergänzen das Bildungsangebot, entlasten die Ranger und bieten den ZNF aus der Region die Möglichkeit, sich finanziell am wachsenden Besucheranteil zu beteiligen. Mit dem Angebot ist es gelungen, eine vollständige Buchbarkeit für das Wochenende herzustellen. Darüber hinaus werden von den ZNF Gruppenangebote für Gruppen und Vereine in Absprache mit dem Nationalparkamt angeboten.

Die in der Saison veranstaltete „Inseltour“ eignet sich auch für Menschen mit Gehbeeinträchtigung und Kinderwagen. Sie wird auch in leichter Sprache und über einen Blindenführer angeboten. Neu im Jahr 2019 ist eine alle zwei Monate auch dort angebotene Tourfür Gebärdensprache. Im Besucher- und Informationszentrum „WasserWissensWerk“ werden weiter Umweltbildungsprogramme angeboten und von der Betreuerin des WasserWissensWerks begleitet:

1. Mitmachaktionen im Ausstellungsbereich (Rallye/Quiz)
2. Experimentierboxen für das Blaue Klassenzimmer im WaterLab
3. Lernmodule für das Blaue Klassenzimmer 3./4. Klasse (Teilmodul 1: Der Weg des Trinkwassers; Teilmodul 2: Virtuelles Wasser).

Das Umweltbildungsangebot für Schul- und Freizeitgruppen wird ab dem 2. Quartal 2019 um Veranstaltungen mit gewässerökologischen Aspekten im Außenbereich erweitert.

Im Rahmen der „Aktion Grün“ des MUEEF und in Kooperation mit dem Nationalpark und dem Imkerverband Rheinland-Pfalzführte die Landeszentrale für Umweltaufklärung in den Jahren 2017 und 2019 jeweils einen „Zeidlereikurs“ durch. Auch im Jahr 2019 wird es einen solchen Kurs geben. Die Zeidlerei ist die naturnächste Form der Honigbienenhaltung.

Zu Frage 6:
Zu der mit dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald verbundenen nachhaltigen Entwicklung der Region gehört auch eine Stärkungder Zusammenarbeit und Kooperation. Seit der Einrichtung sind Kooperationen gewachsen, die der zukunftsfähigen Entwicklungmittelbar oder unmittelbar dienen.

– Die AG Bildung, das Netzwerk Elementar- und Schulpädagogik und das Junior-Ranger-Programm treiben die Bildung für nachhaltige Entwicklung voran.
– Mit der Lenkungsgruppe „Barrierefreiheit und Inklusion“ sowie der regionalen Expertengruppe von Menschen mit Beeinträchtigung wird über Vorhaben von besonderem Interesse wie der barrierefreien Gestaltung der „Inseltour“ beraten und werden dieVorhaben weiterentwickelt.
– Über das Kooperationsprojekt „Kirche im Nationalpark“ wurde das Bürgerhaus in Muhl in Wert gesetzt und die Dorfkirche in Muhl als Nationalparkkirche wird erhalten werden.
– Die Kooperation aus Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH (RPT), der Tourismus-Zentrale des Saarlandes, der Hunsrück-Tourismus und der Naheland-Touristik mit dem Nationalparkamt trägt zur übergreifenden Qualitätssteigerung und Vermarktung bei. Ein Arbeitskreis aus Touristinformationen und dem Nationalparkamt will eine stärkere Arbeitsteilung untereinander erreichen.
– Die beiden rheinland-pfälzischen Lokalen Aktionsgruppen Erbeskopf und Hunsrück haben nicht nur eine Zusammenarbeit zur Fortentwicklung der Nationalparkregion abgeschlossen, sondern auch länderübergreifend mit dem saarländischen Teil der Nationalparkregion, der Lokalen Aktionsgruppe St. Wendeler Land (KuLanI).
– Die Kooperation zwischen dem Zweckverband Wintersport-, Natur- und Umweltbildungsstätte Erbeskopf und dem Nationalparkamt dient der Entwicklung des Hunsrückhauses zum Nationalparktor am Erbeskopf.
– Mit dem Ziel, die Nationalparkregion strukturell und wirtschaftlich zu stärken, wurde der Verein Regionalentwicklung Hunsrück-Hochwald e. V. gegründet. Neben den Landkreisen, Kommunen und Städten sind weitere Institutionen und Vereine Mitglied. Neben dem Masterplan Regionalentwicklung oder einem Aktionsplan Bike werden gemeinsame Initiativen unterstützt.

Frage 7:
Insgesamt wurden in der Nationalparkregion über das Renaturierungsprogramm Aktion Blau Plus bei 45 Maßnahmen Zuwendungen gewährt. Diese teilen sich wie folgt auf:

– zehn Maßnahmen für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Gewässer,
– 32 Maßnahmen für die Verbesserung der Gewässerstruktur und
– drei Gewässerentwicklungskonzepte.

Zuwendungen zum Bau des WasserWissensWerk kommen ergänzend hinzu.

In der Nationalparkregion wird im Rahmen der Aktion Grün das Naturschutzgroßprojekt „Bänder des Lebens“ umgesetzt sowieunweit des Nationalparks in der Gemeinde Morbach findet eine Renaturierung im Naturschutzgebiet „Hangbrücher“ im Rahmendes Moorschutzmoduls der Aktion Grün statt.


In Vertretung:
Dr. Thomas Griese
Staatssekretär


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