17.03.2015

Unterwegs in GRÜNLAND Rheinland-Pfalz – Zu Besuch in Bad Kreuznach

Brunhard Kehl, Elke Kiltz, Jutta Blatzheim-Roegler, Stefan Boxler und Claus Antes (v.l.n.r., Bild: Thomas Petry).

Gerne folgte Jutta Blatzheim-Roegler der Einladung des Kreisverbandes Bad Kreuznach zur Kreismitgliederversammlung im Seniorenzentrum in Langenlonsheim. Die verkehrspoltische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion informierte die interessierten GRÜNEN Mitglieder aller örtlichen Gliederungen über den aktuellen Stand zur Entwicklung der Hunsrückbahn.  

Neben dem Kreisvorstand und zahlreichen Grünen (Rats-)Mitgliedern waren auch der zuständige regionale Abgeordnete Gunther Heinisch, MdL, und Landesvorstandssprecher Thomas Petry anwesend. Die jetzige Kreisvorsitzende Elke Kiltz hatte als frühere Landtagsabgeordnete bereits bis 2006 für die Reaktivierung der Strecke im Landtag gekämpft.

Die Reaktivierung der Hunsrückbahn erfolgt im Wesentlichen aus zwei Gründen. Zum Einen werden durch die Reaktivierung der Strecke weite Teile des Hunsrücks wieder an das bundesdeutsche Schienennetz angebunden und damit die Standortqualität des Hunsrücks insgesamt deutlich verbessert. Zum anderen soll die Strecke auch den Flughafen Hahn per Schiene anbinden.

Ziel ist, für die Hunsrückregion einen verlässlichen SPNV zu schaffen und wirtschaftliche Impulse - auch unabhängig vom Flughafen Hahn - auszulösen. Der Vorgabe der Koalitionsvereinbarung nach Verbesserung der regionalen Erschließungsfunktion wurde durch die Integration der Haltestellen Sohren, Windesheim und Guldental Rechnung getragen. Mit der Reaktivierung der Hunsrückbahn würden folgende Halte neu im SPNV bedient werden: Guldental, Windesheim, Stromberg, Rheinböllen, Simmern, Kirchberg, Sohren, Flughafen Hahn.

Auch im Hinblick auf den Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist gewünscht, so Jutta Blatzheim-Roegler, dass die Fortführung über den Hahn hinaus verfolgt wird. Für die dort derzeit stillgelegten Abschnitte ist ein Infrastruktursicherungsvertrag abgeschlossen. Eine stufenweise Realisierung ist für sie denkbar. Voraussetzung für eine Reaktivierung der Hunsrückbahn, unabhängig ob in Gänze oder in Teilabschnitten, sind ausreichende Regionalisierungsmittel. Von der Verkehrsministerkonferenz der Bundesländer sowie von allen Ministerpräsidenten vom zuständigen Bund geforderte  Anpassung der Regionalisierungsmittel auf den nachgewiesenen aktuellen Bedarf von 8,5 Mrd. € sowie die Fortschreibung der Regionalisierungsmittel mit 2% jährlich wird derzeit durch den Bundesfinanzminister blockiert.

Die Fragen aus dem Publikum drehten sich u.a. um die Sorge, dass Lärm durch Nahverkehr und ggfls. Güterverkehr erzeugt wird und dies abträglich für die Gemeinden sei. Jutta Blatzheim-Roegler legte dar, dass die Erfahrungen in allen Regionen, in denen Nahverkehrsstrecken reaktiviert worden seien, die Attraktivität der Gemeinden und der Wert der Grundstücke gestiegen sei. Dies sei eine gute Perspektive vor allem auch für Regionen, die vom demografischen Wandel betroffen sind.

Selbstverständlich würde neue Gleise gelegt werden, dies bedeute, dass die alten Eisenbahnschwellen ausgetauscht werden gegen neue Betonschwellen. Moderne Schwellen und Schienen seien durch Hartgummiplatten getrennt, sodass das Abrollgeräusch leiser und auch die Erschütterungen gedämmt werden. Auch ein neuer gedämmter Unterbau sei Standard. Bei einem angedachten Stundentakt rechnet Blatzheim-Roegler mit maximal 34-40 Zügen am Tag (2 pro Stunde). Das moderne Zugmaterial  sei sehr leise und ist nach neuesten Umweltstandards ausgerichtet.

Nach Vorliegen der Planfeststellungsbeschlüsse für beide Abschnitte wäre ein Realisierungs- und Finanzierungsvertrag mit der DB AG zu schließen. Erst nach Abschluss dieses Vertrages kann mit der Vorbereitung der Baumaßnahmen (Ausführungsplanung, wettbewerbliche Vergabe der Bauleistungen) begonnen werden.

Rund zwei Stunden wurde über das Thema engagiert diskutiert, die überwiegende Mehrheit der Anwesenden vertrat wie die Abgeordneten und der der Landesvorstandssprecher die Auffassung, dass eine zügige Reaktivierung gewünscht sei und offene Fragen, vor allem zum Lärmschutz, im Einzelnen mit den Betroffenen geklärt werden müssen.

 



zurück

URL:http://blatzheim-roegler.de/mainz/expand/559963/nc/1/dn/1/