Veranstaltung Runder Tisch Integration

Flüchtlingen Zukunft geben, Hilfe zur Selbsthilfe fördern

Gelungene Beispiele aus der Region für Integration und „Hilfe zur Selbsthilfe“ konnten der  Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen und die Landtagsabgeordneten Jutta Blatzheim-Roegler (Bernkastel-Kues) kürzlich dem Bundestagsabgeordneten Josef Winkler sowie Anne Spiegel, MdL, vorstellen. Mit dem Besuch der Wohngruppe Zugvögel und einem anschließenden Runden Tisch Integration mit den regionalen Initiativen Ho-Wi-Indien Projekt e.V., Mali-Hilfe e.V. und Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage e.V. sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurde gelebte Integration gezeigt und konkrete Fragestellungen und Probleme direkt mit den politischen Vertreter diskutiert.

Beim Besuch der Wohngruppe Zugvögel in Irmenach – einer Außenwohngruppe des Ev. Jugendhofs Traben-Trabach in der sieben afghanische jugendliche Flüchtlinge ein neues Zuhause gefunden haben – wurde deutlich, wie durch Transparenz und Einbezug der Dorfbevölkerung ein solches Projekt im Dorf verwurzelt werden kann. Bürgermeister  Martin Kirst und der Leiter des ev. Jugendhofs Andreas Reinhard  schilderten den Abgeordneten anschaulich, wie  bereits im Vorfeld des Projekts durch Bürgergespräche Unsicherheit und Befürchtungen abgebaut werden konnten. Nach knapp einem Jahr sind die Jugendlichen mittlerweile ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft.  Alle Jugendlichen nehmen am Schulunterricht teil und sind gut integriert. Trotzdem droht die Abschiebung mit Erreichen des 18. Lebensjahres. Josef Winkler, MdB, will sich weiterhin einzusetzen, dass unbegleitete jugendliche Flüchtlinge während ihrer Schul- und Ausbildungszeit von einer Abschiebung ausgenommen würden. Dies ließe die derzeitige Gesetzeslage auf Bundesebene nicht zu.

Viele Facetten eines Problems

Viele Ebenen, die mit ins Gesamtbild Integration wirken, beleuchtete die anschließenden Diskussion zu der Grünen-Kreisvorstandssprecher Uwe Andretta auch interessierte Bürger im Kleinicher Landhaus Arnoth begrüßte. Josef Winkler gab Auskunft über die Vorgänge und Gegebenheiten der Bundesebene, Anne Spiegel, MdL berichtete als Sprecherin für Flüchtlinge und Asyl in der Landtagsfraktion B`90/Die Grünen über Aktuelles im Bereich Integration und Flüchtlingspolitik in Rheinland-Pfalz und die Vertreter der regionalen Initiativen zeigten, dass jeder von ihnen seinen Teil beitragen kann.

Anne Spiegel bestätigte auf Nachfrage, dass die GfA (Gemeinschaftsunterkunft für Ausreisepflichtige) in Ingelheim baldmöglichst geschlossen werden soll. Die GfA ist eine für 154 Personen ausgelegte gefängnisähnliche Anlage. Derzeit warten dort 5 abgelehnte Asylbewerber auf ihre Abschiebung. Alle Bundesländer sind durch die Bundesgesetzgebung gezwungen, solche Einrichtungen vorzuhalten. Allerdings sollen die Betroffenen zukünftig in Rheinland-Pfalz in einem Umfeld leben können, das nicht „knastähnlich“ ist. Blatzheim-Roegler, selbst Mitbegründerin der Initiative Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage e.V., stellte abschließend fest „Während auf Bundesebene die Gesetzgebung im Bereich Asyl immer noch restriktiv ist, hat rot-grün in Rheinland-Pfalz seine gesetzlichen Spielräume, z.B. durch Aufhebung der Residenzpflicht für Asylbewerber, genutzt. Eine humane Flüchtlingspolitik einerseits und die vielfältigen Initiativen Haupt- und Ehrenamtlicher vor Ort  können dazu beitragen, Menschen in ihren Heimatländern bei der Selbsthilfe zu unterstützen und Flüchtlingen hier in Deutschland Zukunft zu geben.“

Die Initiativen

Das Ho-Wi-Indien Projekt e.V. ist ein gemeinnütziger mildtätiger Verein, gegründet 2005 nach dem Tsunami in Süd-Ost-Asien, zur Unterstützung der armen Bevölkerung im Umkreis von Chennai/Madras. Unterstützt werden seit seiner Gründung 20 Kinder in dem Waisenhaus Assisi Illam in Chennai und versch. medizinische Hilfseinrichtungen.

Der Verein Mali Hilfe e.V. unterstützt seit 1985 Selbsthilfeprojekte in der Sahelzone in Mali. Zahlreiche Projekte im Bereich Schulbau, Brunnen, Landwirtschaft und medizinische Grundversorgung wurden seither verwirklicht.

Grundgedanke des im Jahre 2000 gegründeten Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage e.V. ist die Aufklärung, Information, Bildung und Sensibilisierung der Einwohner/Innen des Landkreises Bernkastel-Wittlich und insbesondere der jüngeren Generation für die Themen Gewalt, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus.

 



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